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Der vorerst letzte österreichische Monarch, mit dessen Vertreibung aus Österreich eine unsagbar "schreckliche kaiserlose Zeit" angebrochen war, die bis heute andauert, wird am 3. Oktober d.J. vom Heiligen Vater in Rom selig gesprochen werden.
"vorbildlicher Christ, Ehemann, Familienvater und Herrscher"
Im April 2003 bestätigte die Heiligsprechungskongregation, daß Karl I. ein "vorbildlicher Christ, Ehemann, Familienvater und Herrscher" gewesen sei und tugendhaft gelebt habe. Er habe stets das Gute seines Volkes gesucht und sich an der Soziallehre der katholischen Kirche orientiert.
Auch das Friedensengagement des Kaisers hat eine Rolle gespielt. Praktisch als einziges Staatsoberhaupt der kriegführenden Mächte hatte sich Karl I. die Bewertung des Ersten Weltkriegs durch Papst Benedikt XV. ("unnützes Blutbad") zu eigen gemacht und ist "vom ersten Tag seiner Regierung an" (Otto v. Habsburg gegenüber Radio Vatikan), für ein Ende des Krieges eingetreten. Auch das Verhalten des vom österreichischen Parlament im Jahre 1919 vertriebenen Monarchen in seiner letzten Lebensphase auf Madeira wurde positiv bewertet. Auf Madeira, besonders am Grab des Dieners Gottes in Funchal, wird der jung verstorbene Kaisers sehr verehrt und um seine Fürsprache gebeten.
Am 20. Dezember erkannte der Vatikan offiziell ein Wunder an, das der Anrufung Karls I. zugeschrieben wurde. Otto v. Habsburg beschrieb die wundersame Geschichte so: "Einer Nonne sollte das Bein abgenommen werden. Eine Mitschwester empfahl ihr, zu Kaiser Karl zu beten. Sie verweigerte dies aber mit den Worten 'das will ich nicht, ich hasse die Habsburger'. Daraufhin hat die Schwester ein Bild des Kaisers in den Verband hineingeschmuggelt." Nach einer wieterführenden Version hätte sie, als die Schmerzen nicht aufhören wollten, doch zu Kaiser Karl gebetet. Jedenfalls war am nächsten Tag war das Bein völlig genesen.
Kaiser Karl ist einer der umstrittendsten Politiker in der österreichischen Geschichte überhaupt, wobei die Angriffe immer aus einer bestimmten Ecke kamen und kommen, in der sich Sozialdemokraten und Deutschnationale gleichermaßen tummeln. Daß die junge Republik Österreich im Jahre 1919 einen ihrer frommsten und fortschrittlichsten Politiker ohne Hab und Gut ins Exil geschickt hat, und seine Familie völlig enteignet hat, kann nur beschämen. Auch die Christlichsozialen waren daran nicht unschuldig.
So wurde auch das Schloß Hetzendorf, das zum hofärarischen Vermögen gehört hatte, kurzerhand zum Bundesbesitz erklärt. Für unser Hetzendorf, das seinerzeit als Kurort gegolten hatte, ein herber Schlag, von dem es sich nicht mehr erholen sollte. Die Architektur und Kubatur vieler neuer Gebäude und der jämmerliche Zustand des Bahnhofes in Hetzendorf sind Ausdruck dieser verwahrlosten Geisteshaltung.
Wird nun eine Straße in Hetzendorf in Kaiser-Karl-Straße umbenannt? Wahrscheinlich ist die Zeit noch nicht reif dafür, aber man darf es hoffen. Zumindest könnte damit ein kleiner später Dank an einen großartigen und vorbildlichen Monarchen zum Ausdruck gebracht werden.
Am 3. Oktober 2004 hatte der feierliche Akt der Seligsprechung unseres Dieners Gottes aus dem Hause Österreich am Petersplatz in Rom stattgefunden. Unter den zahlreichen Ehrengästen auch der hetzendorfer Rektor Dr. Kolaska und einige junge Hetzendorfer.
Weitere Informationen erhalten entnehmen Sie bitte dem Programm der Kaiser-Karl-Gebtsliga:
www.seligsprechungkaiserkarl.info.
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